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Der Gemeinsame europäische Referenzrahmen für Sprachen

Moderne Sprachlehrwerke und Sprachkurse in der Europäischen Union orientieren sich für gewöhnlich am Gemeinsamen europäischen Referenzrahmen für Sprachen (GER). Gebräuchlicher ist oft sein englischer Name "Common European Framework of Reference for Languages", vor allem in der Abkürzung CEF.

Was ist der CEF? 

Der Europarat hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Qualität der Kommunikation unter Europäern mit unterschiedlichem sprachlichen und kulturellen Hintergrund zu verbessern. Ganz besonderes Augenmerk legte er dabei auf die Tatsache, dass alle Lernenden ihre Ziele klar und umfassend definieren und beschreiben können sollten. Um dieses Ziel zu erreichen, wurde der Gemeinsame europäische Referenzrahmen ausgearbeitet.

Während es vor der Einführung des CEF Lehrwerke mit unterschiedlichen Schwerpunkten, Themen und unterschiedlicher Progression gab, hat der Gemeinsame europäische Referenzrahmen für alle Sprachen Kompetenzstufen definiert; die neuen Lehrwerke berücksichtigen diese in ihrem Aufbau. Dabei wird jeder Stufe ein Inventar an Grammatik und Wortschatz zugeordnet. Für die Lehrwerke bedeutet die Berücksichtigung des Referenzrahmens eine bessere Vergleichbarkeit.

Damit ist die Beurteilung des Lernstands verschiedener Kurse klar und allgemeingültig. Die Standards sind sprachübergreifend und geben Auskunft darüber, was ein Lernender kann.

Mit Hilfe des CEF lassen sich Ausgangs- und Zielniveau leicht definieren, die neuen Lehrbücher enthalten Lernzielangaben mit sogenannten "Kann-Beschreibungen" und bereiten auf allgemein anerkannte Tests vor, die sprachschulunabhängig sind.

Der Gemeinsame europäische Referenzrahmen unterscheidet sechs Kompetenzstufen, wobei jede dieser Stufen zur genaueren Definition oft noch einmal unterteilt wird. Im Folgenden finden Sie eine knappe Beschreibung der sechs Kompetenzstufen:

Die sechs Kompetenzstufen des CEF

Elementare Sprachverwendung

A1 – Die Lernenden können vertraute, alltägliche Ausdrücke und ganz einfache Sätze verstehen und verwenden, die auf die Befriedigung konkreter Bedürfnisse zielen. Sie können sich und andere vorstellen, anderen Leuten Fragen zu ihrer Person stellen – z. B. wo sie wohnen, welche Leute sie kennen oder welche Dinge sie haben – und auf Fragen dieser Art Antwort geben. Sie können sich auf einfache Art verständigen, wenn das Gegenüber langsam und deutlich spricht und bereit ist zu helfen.

A2 – Die Lernenden können Sätze und häufig gebrauchte Ausdrücke verstehen, die mit Bereichen von ganz unmittelbarer Bedeutung zusammenhängen (z. B. Informationen zur Person und zur Familie, Einkaufen, Arbeit, nähere Umgebung). Sie können sich in einfachen, routinemäßigen Situationen verständigen, in denen es um einen einfachen und direkten Austausch von Informationen über vertraute und geläufige Dinge geht. Sie können mit einfachen Mitteln die eigene Herkunft und Ausbildung, die direkte Umgebung und Dinge im Zusammenhang mit unmittelbaren Bedürfnissen beschreiben.

Selbständige Sprachverwendung

B1 – Die Lernenden können die Hauptpunkte einer Unterhaltung verstehen, wenn klare Standardsprache verwendet wird und wenn es um vertraute Dinge aus Arbeit, Schule, Freizeit usw. geht. Sie können die meisten Situationen bewältigen, denen man auf Reisen im Sprachgebiet begegnet. Sie können sich einfach und zusammenhängend über vertraute Themen und persönliche Interessengebiete äußern. Sie können über Erfahrungen und Ereignisse berichten, Träume, Hoffnungen und Ziele beschreiben und zu Plänen und Ansichten kurze Begründungen oder Erklärungen geben.

B2 – Die Lernenden können die Hauptinhalte komplexer Texte zu konkreten und abstrakten Themen verstehen, im eigenen Spezialgebiet auch Fachdiskussionen. Sie können sich so spontan und fließend verständigen, dass ein normales Gespräch mit Muttersprachlern ohne größere Anstrengung auf beiden Seiten gut möglich ist. Sie können sich zu einem breiten Themenspektrum klar und detailliert ausdrücken, einen Standpunkt zu einer aktuellen Frage erläutern und die Vor- und Nachteile verschiedener Möglichkeiten angeben.

Kompetente Sprachverwendung

C1 – Die Lernenden können ein breites Spektrum anspruchsvoller, längerer Texte verstehen und auch implizite Bedeutungen erfassen. Sie können sich spontan und fließend ausdrücken, ohne öfter deutlich erkennbar nach Worten suchen zu müssen. Sie können die Sprache im gesellschaftlichen und beruflichen Leben oder in Ausbildung und Studium wirksam und flexibel gebrauchen. Sie können sich klar, strukturiert und ausführlich zu komplexen Sachverhalten äußern und dabei verschiedene Mittel zur Textverknüpfung angemessen verwenden.

C2 – Die Lernenden können praktisch alles, was sie lesen oder hören, mühelos verstehen. Sie können Informationen aus verschiedenen schriftlichen und mündlichen Quellen zusammenfassen und dabei Begründungen und Erklärungen in einer zusammenhängenden Darstellung wiedergeben. Sie können sich spontan, sehr flüssig und genau ausdrücken und auch bei komplexeren Sachverhalten feinere Bedeutungsnuancen deutlich machen.

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